Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind, mit Ernst er' s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd' ist nicht seinsgleichen.

Mit diesem wohl bekanntesten Liedvers von Martin Luther werden Sie beim Betreten unserer Kirche begrüßt.

Ein kurzer geschichtlicher Überblick soll Ihnen dieses Gotteshaus vertraut machen. Die Angaben zu den zeitgeschichtlichen Gegenüberstellungen sind der Chronik des Deutschen Historischen Museums entnommen.
1885 Erste Überlegungen zu einem Kirchenneubau (die kleine Dorfkirche in Alt-Mariendorf wurde zu klein)
1908 Erste Verhandlungen mit dem Konsistorium über den Bau einer größeren Kirche
22. August 1918 Erster Baubeschluss
1924 Kirchbauverein, Planung eines großen Gemeindezentrums
1927 Bau des Gemeindehauses Rathausstraße 28, (Architekt Kurt Steinberg)
März 1929 Auftrag an die kirchliche Bau-Kommission, einen Kirchenbauentwurf vorzulegen.
6. September 1933 Baubeginn in Mariendorf.
Im gleichen Monat: Reichsparteitag in Nürnberg. Propagandistisch effektvolle Machtinszenierung der NSDAP, sieben Monate nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler (30.01.1933).

22. Oktober 1933 Grundsteinlegung.
Eine Woche zuvor verkündete Goebbels den geplanten Austritt des Deutschen Reichs aus dem Völkerbund und den Verzicht auf weitere Abrüstungsgespräche.
17. Mai 1934 Richtfest.
Zwölf Tage später konstituierte sich in der Barmer Bekenntnissynode die Bekennende Kirche, die aus dem Pfarrernotbund von Martin Niemöller hervorging. In einer Erklärung wendete sie sich offen gegen den Totalitätsanspruch des nationalsozialistischen Staats gegenüber der Kirche.  
11. August 1935 Glockenweihe.
Seit dem 10. 08.1935 durften die Standesämter in Deutschland keine Ehen mehr zwischen Juden und Nichtjuden schließen.  

22. Dezember 1935

Einweihung der Martin-Luther-Gedächtniskirche.
Drei Tage zuvor forderten die Hochschullehrer im NS-Juristenbund unter Leitung die Ersetzung des Rechtsbegriffs "Mensch" durch völkische Kategorien.
Dezember 1938 Taufe der Jüdin Johanna Klepper und Segnung der Ehe von Jochen und Johanna Klepper
1942 Alle Glocken der MLGK werden an die Rüstungsindustrie abgeliefert.
Seit Ende April wurde Juden im Deutschen Reich die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel untersagt. Der Reichstag sprach der Person Hitlers die höchste Rechtsprechung zu. Damit war jeder "Führerbefehl" im NS-Herrschaftsbereich unumstößliches Recht.  
Nov. 1943 Die Kirche wird von zwei Brandbomben getroffen, alle Fenster sind zerstört.
1945 Die Kirche erhält eine Notverglasung.
1950 erhält die Glocke ein Ersatzgeläut
1954 erste Turmreparatur
1955 neue Altarfenster
1967 durchgreifende Erneuerung der Orgel
1984 Restaurierung der Orgel
1989 Bilderzyklus Auschwitz des polnischen Künstlers Pavel Warchol.
seit 2001 An der Fassade und am Turm werden erneut schwere Schäden festgestellt, die einer Sanierung bedürfen. Ein Baugerüst schützt vor herabfallenden Fassadenkacheln
Januar 2003

Die Kirchengemeinde Mariendorf wird mit der MLGK Nagelkreuzzentrum.

März 2004 Nach neuerlicher Schadenfeststellung wird die Kirche wegen ihres weiter verschlechterten baulichen Zustands geschlossen.
Oktober 2008Die Kirche wird als Denkmal von nationaler Bedeutung anerkannt.
November 2009Beginn der Turmsanierung
Kirchenschiff
8 Pfeiler tragen das Kirchenschiff, der Altarraum (Südseite) wird von 9 Pfeilern der gleichen Art getragen/ Architekt: Dr. Kurt Steinberg
Kirchturm
Der Kirchturm sollte ursprünglich 50,86 m hoch werden. Die tatsächliche Höhe ist 49,20 m. Der Turm ruht auf insgesamt 12 Pfeilern, 4 dieser Mauerpfeiler stehen direkt am Eingang.
Orgelempore
Als der Turm 11 Meter hoch war, wurden die Träger der Orgel eingebaut. Ein Hauptträger, auf dem die Orgel aufgebaut ist, hat eine Länge von 11,80 m und ist 90 cm hoch. 
Apsis- und Triumphbogen
36.000 Mauersteine und ca. 800 Ornamentenplatten des Bildhauers Heinrich Mechenburger wurden verwendet. Er ist 11,05 m hoch und 1,65 m breit.
Glocken / Glockenstube
Befindet sich in 30 m Höhe und ist 6,60 m hoch. Heute läuten hier Gussstahlglocken.
 
1936

Die Kirchengemeinde Mariendorf begrüßt neue Mitglieder:

Der Gemeindekirchenrat heißt Sie als neues Gemeindeglied herzlich willkommen. In der Überzeugung, daß das Christentum gerade in der Gegenwart große Aufgaben zu erfüllen hat, erbittet er Ihre Teilnahme an den Gottesdiensten und Ihre tätige Mitwirkung an dem Aufbau der Gemeinde. Die evangelische Kirche muß heute mehr denn je die freudige und lebendige Arbeit aller Gemeindeglieder erwarten.

Heute Diese Einladung an die Gemeindeglieder von damals hat nichts von Ihrer Aktualität verloren.