Aus dem Gemeindekirchenrat

Oktober 2018
Liebe Gemeinde,
Sie kennen bestimmt auch das gute Gefühl, wenn man nach einem langen, anstrengenden Tag müde, aber zufrieden auf sein Werk schauen kann? So ging es uns vom Gemeindekirchenrat (GKR) nach unserer ersten gemeinsamen Sitzung mit dem Gemeindebeirat und dem Gemeindejugendrat, die im September im großen Saal des Gemeindehauses in der Friedenstraße stattgefunden hat und zu der 32 Vertreter aus allen drei Gremien und ganz vielen Kreisen, Initiativen und Arbeitsgruppen gekommen sind. Drei Stunden lang haben wir zusammengesessen, haben einander kennen gelernt, uns ausgetauscht, engagiert diskutiert – und so manches auf den Weg gebracht. Und es hat richtig viel Spaß gemacht!

Los ging es mit einer offenen Runde, in der jeder sagen konnte, was er/sie an und in unserer Gemeinde gut findet – aber auch, was er/sie gerne anders hätte. Da ging es vom Wunsch nach einer neuen Jalousie (der schon kurz vor der Erfüllung steht) im großen Saal über das bislang noch vermisste inhaltliche Konzept für die Martin-Luther-Gedächtniskirche bis dahin, dass sich jemand über Angebote freuen würde, die verschiedene Generationen an­spricht und zusammenbringt.

Das, was viele Vertreter der verschiedenen Gremien lobten, geht auch auf Sie zurück: Dass unsere Gemeinde freundlich ist, offen, und jeden, der sich gerne einbringen möchte, unterstützt. Danke Ihnen allen, dass Sie zu diesem positiven Gesamtbild beitragen!

Das Schöne an dieser Sitzung war unter anderem auch, dass wir direkt miteinander ins Gespräch kommen konnten – sonst beraten die Gremien unter sich, sprechen ihr Votum aus, das dann die anderen aber eben erst später erreicht. Vom direkten Gespräch profitiert haben wir bei der Überlegung, ob wir das Projekt „Laib und Seele“ in unsere Gemeinde aufnehmen können. Gesucht wurden zwei bis drei Menschen aus unseren Reihen, die bereit wären, sich um ein solches Projekt zu kümmern, also zunächst mal mit den Verantwortlichen abzuklären, welche Voraussetzungen unsererseits erfüllt werden müssten, um „Laib und Seele“ unterstützen zu können. Allerdings mussten wir feststellen, dass im Moment die Kapazitäten aller Mitarbeitenden erschöpft sind, so dass wir derzeit eine weitere zeitaufwändige Initiative nicht unterstützen können – so sehr wir das auch bedauern, weil wir alle von der Bedeutung und Notwendigkeit von „Laib und Seele“ überzeugt sind. Jetzt haben wir das Thema bis zur nächsten gemeinsamen Sitzung im Februar vertagt – alle tragen es in ihre Gremien, und vielleicht findet sich in der Zwischenzeit jemand, der sich hier engagieren möchte. Falls Sie sich angesprochen fühlen, Zeit und Möglichkeit haben, sagen Sie uns einfach Bescheid, dann können wir es gemeinsam angehen!

Eine spannende Diskussion gab es beim nächsten Tagesordnungspunkt: Die Landessynode hat im Oktober 2016 das Kirchengesetz zur Erprobung der Mitgliedschaft Jugendlicher im Gemeindekirchenrat beschlossen. Es trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Das heißt: Wenn wir uns entschließen, bei der Erprobung mitzumachen, dann würde das bedeuten, dass sich zur nächsten GKR-Wahl erstmals auch junge Leute ab 16 Jahren zur Wahl stellen dürften. Für unseren GKR mit seinen derzeit sechs zu wählenden Mitgliedern - die Pfarrer sind automatisch Mitglieder des GKR - heißt das, dass ein Mitglied im Alter von 16 bis 18 Jahren sein dürfte. Aufgabe unseres GKR ist es jetzt, zu entscheiden, ob wir an der Erprobung teilnehmen möchten oder nicht. Dieser Beschluss muss spätestens bis zum 31. März nächsten Jahres gefallen sein. Der Gemeindebeirat und der Gemeindejugendrat haben sich auch schon mit dem Thema beschäftigt und es diskutiert – beide haben sich für die Teilnahme an der Erprobung ausgesprochen.

Problematisch ist einzig, dass Minderjährige nach den Begriffen des bürgerlichen Rechts „beschränkt geschäftsfähig“ sind und für den Abschluss von Rechtsgeschäften im Regelfall die Einwilligungserklärung ihrer Eltern benötigen. Deren Zustimmung bedürfen sowohl die Bereitschaft, sich als Kandidatin oder Kandidat zur Verfügung zu stellen, als auch die Annahme einer Wahl oder Berufung in den GKR. Ohne diese Zustimmung ist eine Mitgliedschaft im GKR nicht möglich. Und: Im Hinblick auf ihr Alter ist der GKR gehalten, seine Sitzungen so zu planen und abzuhalten, dass den jugendlichen Mitgliedern die Teilnahme an der gesamten Sitzung möglich ist. Es könnte sich herausstellen, dass darin die größte Herausforderung liegt....

Wir als GKR haben den endgültigen Beschluss noch etwas aufgeschoben. Aber bei der gemeinsamen Sitzung fiel das Stimmungsbild positiv für die Teilnahme aus: 24 der anwesenden 32 Vertreter sprachen sich für die Wählbarkeit Jugendlicher ab 16 Jahren in den GKR aus. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Ein weiteres wichtiges Thema, das uns seit langem beschäftigt, ist der Gottesdienst – und die Frage, ob es Alternativen zu den bislang üblichen Zeiten und Formen gibt. Unser beliebter „Klassiker“ ist ja der Gottesdienst am Sonntagmorgen um 10 Uhr in der Dorfkirche – für viele von Ihnen ist er eine feste Größe, lässt Sie gestärkt in die neue Woche starten. Das soll auch so bleiben... Aber daneben wollen wir noch nach Möglichkeiten suchen, auch diejenigen anzusprechen, denen es - aus verschiedenen Gründen – nicht möglich ist, hier mitzufeiern. Einige Alternativen können wir schon anbieten: Die Nagelkreuz-Andacht an jedem vierten Freitag in der MLGK, den „Gottesdienst für Groß und Klein“ an jedem zweiten Sonntag im Monat um 11.30 Uhr, und alle paar Monate den „5. Rad-Gottesdienst“ am 5. Sonntag im Monat. Es haben sich in unserer gemeinsamen Sitzung spontan Vertreter aus allen Gremien gefunden, die Lust haben, neue Formate für Sie zu entwickeln. Wir freuen uns drauf!

Was es sonst noch alles an interessanten Neuigkeiten gibt - God Spot, Kirchentag 2019 in Dortmund, Versöhnungstag in Michendorf – würden wir Ihnen am liebsten persönlich erzählen. Vielleicht sehen wir uns ja an einem der nächsten Sonntage um 10 Uhr im Gottesdienst? Und anschließend im Kirchencafé, das Ehepaar Schanz liebevoll für Sie vorbereitet - fühlen Sie sich eingeladen und willkommen!

Im Namen des Gemeindekirchenrates grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Sabine Flamme-Brüne