Theologischer Monatsgruß - Februar 2020

Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.
1. Korinther 7,23


WIR MENSCHEN GEHÖREN GOTT

9. November 1989. Mauerfall. „Wir sind das Volk!“ war auf den Montagsdemonstrationen in den Wochen zuvor immer wieder zu hören. Bürgerinnen und Bürger der DDR begehrten gegen den Staat auf und forderten ihre Freiheit ein. Der Glaube hatte in dem sozialistischen Staat wenig Platz. Wie zahlreiche Bürger der DDR standen auch die Kirchen unter Beobachtung des Staates. Viele ihrer Mitglieder waren Repressionen ausgesetzt. Wer sich etwa zum Christentum bekannte, dem blieb eine berufliche Karriere häufig verwehrt. Doch auf einmal erlangte die Kirche politischen Einfluss in Zeiten der Not. An der Organisation der Friedensbewegung war sie mit beteiligt. Immer mehr Menschen schlossen sich den Forderungen an und diskutierten über Freiheit und Ausreise. Die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche waren Ausgangspunkt der friedlichen Revolution, die die Existenz der DDR 1989 schließlich beendete.

„Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte“, schreibt der  Apostel  Paulus  im  1. Korintherbrief. Diese starke Zusage drückt gleich zweierlei aus. Wir Menschen gehören nicht anderen Menschen, sondern Gott.

Diese Hoffnung gilt gerade denjenigen, die heute noch von anderen Menschen verfolgt oder ausgebeutet werden. Und „Ihr seid teuer erkauft“, schreibt Paulus. Durch den Opfertod Jesu Christi am Kreuz hat Gott für uns seinen größtmöglichen Einsatz gegeben. Wir sind von Gott geliebt und für ihn etwas unendlich Wertvolles.

Detlef Schneider