Theologischer Monatsgruß - April 2019

Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende
(Matthäus. 28,18)


Mit dem letzten Satz des Missionsbefehls Jesu als aktuellem Monatsspruch endet das Evangelium des Apostels Matthäus. Er wird bei jedem Taufgottesdienst zitiert und ist dem regelmäßigen Gottesdienstbesucher sehr geläufig.

Der Befehl bezieht sich auch auf das vorausgehende Evangelium nach Matthäus, Kapitel 25. Hier wird dargelegt, welche Voraussetzungen für ein friedfertiges Zusammenleben und damit auch für eine friedfertige Welt zu berücksichtigen sind.

Danach werden wir beim Jüng­sten Gericht, wenn wir uns vor Gott, dem Gerechten Richter, verantworten müssen, zuerst danach gefragt, was wir unseren Nächsten Gutes getan haben, mit denen Christus, der Herr sich identifiziert: „Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.“ (Matth. 25, 35-36)
 Alles Gute, das wir Nächsten tun, wenn sie in Not sind oder leiden, das tun wir faktisch unserem Erlöser Christus selbst: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr Mir getan.“ (Matth. 25,40)
Und je nachdem, wie viel Gutes wir diesen getan haben oder nicht getan haben, werden wir erlöst oder bestraft.

Das Kapitel 25 des Matthäus-Evangeliums, welches das Jüng­ste Gericht beschreibt,  sollte regelmäßig gelesen werden, um uns ständig an unsere Pflicht zu erinnern, gute Menschen zu sein, solange wir auf Erden leben. Denn wenn wir unseren Nächsten nur Gutes tun, sogar denen, die es uns mit Bösem vergelten, werden wir den Lohn dafür von Gott erhalten wie im Himmel so auf Erden. Das Leben ist zu kurz, um es in Hass und Unfrieden zu verbringen oder egoistisch nur an uns selbst zu denken. Unser Leben findet seine Vollkommenheit dann, wenn wir gut und großzügig sind wie Gott, der Herr, wenn wir uns an der Freude der Näch­sten erfreuen und wenn wir mit ihnen trauern, wenn sie trauern. Wenn wir Christus, den Herrn wahrhaft in unserem Herzen haben, dann werden wir gut sein wie Gott, der „Seine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“ (Matth. 5, 44)

Dann werden wir immerzu Frieden und Freude im Herzen haben, die das Zeichen des wahren Christen sind. Bemühen wir uns darum, also streben wir danach, in unserem Leben nur Gutes zu tun, Gott den Herrn zu lieben und unsere Näch­sten zu lieben! Und wir sollen sie nicht nur mit Worten lieben, sondern auch mit Taten, also mit unserer  eigenen konkreten Hilfe in Krisen- wie in Friedernszeiten.

Im vorgenannten Sinne mögen diese Worte fruchtbaren Boden finden. Gehen Sie mit dem Segen  des Auferstandenen in eine friedvolle und harmonische Osterzeit.

Heinrich Becker