Die Kirche und ihr Geld...

  Unter diesem Reizthema als Überschrift haben wir uns erstmals im Dezember 1996 an alle diejenigen unserer Gemeindeglieder gewandt, die aus unterschiedlichen Gründen keine Kirchensteuer entrichten müssen, und sie um einen freiwilligen Beitrag für unsere Gemeinde gebeten, das so genannte Kirchgeld. Wir möchten hier unsere Bitte zu erneuern. Sie richtet sich - wie gesagt - an die Mitglieder, die keine Kirchensteuer zahlen (müssen) - was aber nicht bedeuten soll, dass wir freiwillige Beiträge von den übrigen, den Kirchensteuerzahlern, zurückweisen würden.
 

 Die Kirche lebt nicht (nur) von Luft und Liebe

  Viele Menschen glauben: Die Kirche sei einfach da, so wie Ämter und Behörden; Pfarrerinnen und Pfarrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Gebäude würden vom Staat bezahlt und unterhalten. Das ist jedoch ein großer Irrtum: Die Kirche lebt im übertragenen aber eben auch im ganz wörtlichen Sinne von ihren Mitgliedern, von denen, die die Lasten solidarisch mittragen. Das lässt sich vielleicht am ehesten mit den Krankenkassen vergleichen (Übrigens: Kaum ein Mensch würde doch wohl auf die Idee kommen, aus der Krankenkasse auszutreten, nur weil er drei, vier, fünf Jahre nicht mehr zum Arzt gegangen ist! Jeder weiß doch, dass er auch morgen noch beispielsweise für den Fall abgesichert sein muss, dass ganz plötzlich eine teure Operation notwendig wird.)
 

 Austritte haben spürbare Folgen

  Tatsache ist: Genau dieses System funktioniert im Blick auf die Kirchen nicht mehr automatisch. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen: Die hohe Zahl der Austritte (vor allem der ,,zahlenden" Mitglieder!), die für Großstädte typische Überalterung, die gerade für unsere Landeskirche schwierige Situation in der ehemaligen Ostregion und vieles mehr. Die Folgen sind schon jetzt deutlich spürbar: Pfarrstellen können nicht mehr besetzt werden, Dörfer bleiben ohne Pfarrerin oder Pfarrer, Gehälter werden zum Teil drastisch gekürzt und Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen - für uns bisher unvorstellbar.
 

Auf die Kirche verzichten?

  Tatsache ist deshalb auch: Erstmals in der Geschichte besteht die realistische Möglichkeit, dass es in absehbarer Zeit die Kirche in der vertrauten Gestalt, also überall präsent, mit ihren Gebäuden und Einrichtungen und den vielen Menschen, die dort für andere arbeiten, nicht mehr geben wird. Und das wäre dann vielleicht sogar manchen von denen nicht recht, die bisher unsere Angebote kaum oder gar nicht in Anspruch nehmen, die es aber trotzdem, ganz bewusst aus der Distanz heraus, gut finden, dass es die Kirche gibt, dass sie da ist und ihre Arbeit macht. Apropos Arbeit: Vielleicht haben Sie einmal Lust, sich in unseren Schaukästen, im Gemeindebrief oder durch ein unverbindliches Gespräch mit einer Mitarbeiterin oder einem Pfarrer darüber zu informieren, was wir alles machen hier in Mariendorf: für Junge, für Alte, für Familien, für Pflegebedürftige...
 

Was wir von Ihnen erbitten:

  Weil alles dieses jetzt gefährdet erscheint, deshalb also bitten wir alle jene Mitglieder, die keine Kirchensteuer zahlen (das sind übrigens etwa zwei Drittel - hätten Sie's gewusst?) um ein Gemeindekirchgeld - ausgenommen natürlich diejenigen, die in schwierigen finanziellen Umständen leben müssen, Sozialhilfe beziehen, unterstützungsbedürftig oder minderjährig sind. Aber vielleicht hat umgekehrt sogar der eine oder die andere Ausgetretene Lust, solch eine regelmäßige Spende auf sich zu nehmen, weil sie unsere praktische Arbeit unterstützen wollen. Wichtig ist: Das Gemeindekirchgeld ist freiwillig, auch die Höhe ist nicht vorgeschrieben. Als Orientierungsrahmen schlägt die Kirche 5% der monatlichen Einnahmen im Jahr vor. Also: Wenn jemand 1800 DM im Monat zur Verfügung hat, könnte das Kirchgeld 90 DM jährlich betragen, egal ob als Einmalzahlung oder in monatlichen bzw. vierteljährlichen Raten.
 

Ihr Beitrag für unsere Gemeinde

 

Wichtig ist auch: Die Einnahmen aus dem Gemeindekirchgeld kommen voll und ganz unserer Gemeinde und der Arbeit zugute, die hier geleistet wird. Das Geld versickert nicht irgendwo in der anonymen kirchlichen Verwaltung. 

Haben Sie Lust mitzumachen? Sie können den von Ihnen selbst festgesetzten Betrag monatlich, vierteljährlich oder jährlich überweisen auf das Konto

Kirchliches Verwaltungsamt Berlin Mitte-West
Postbank
BLZ 10010010
Konto Nummer 28013100 
Verwendungszweck: Kirchgeld - Mariendorf

Sie helfen uns, wenn Sie dem Kirchlichen Verwaltungsamt eine Einzugsermächtigung erteilen. Spendenbescheinigungen können auf Wunsch ausgestellt werden.
 

... und ein Wort des Dankes!

 

Und nicht zuletzt: Allen, die schon eingestiegen sind und uns unterstützen, bei dieser Gelegenheit unser herzlicher Dank! 

Ihre Kirchengemeinde Mariendorf