Zwischenbericht der Kultur- und Wandergruppe


Irgendwann vor der Wende 1989 sagte ich zu meiner Frau, dass, wenn die Mauer eines Tages fiele...aber ach,…sie würde ja doch nicht fallen,…aber nähmen wir einmal an, dass, ja dann würde ich  einmal im weiten Bogen um Berlin herum wandern und gemeinsam wäre für uns eine große Deutschland-Reise in den Osten unseres Landes fällig. Ersteren Wunsch habe ich mir in den 90er Jahren im Alleingang erfüllt und  gemeinsam haben wir das Osterzgebirge, den Ostharz, das Elbsandsteingebirge, die Insel Rügen und das Schlaubetal und..und…mit dem Regionalzug erkundet.

Als im Sommer 2006 in unserem Gemeindeblatt die besorgte Frage gestellt wurde, wie es nach dem Weggang von Pf. Fisch um den Fortbestand der Kultur- und Wandergruppe bestellt sei, habe ich mich spontan dazu bereit erklärt, nach meiner anstehenden Pensionierung beide Gruppen ab September 2006 weiterzuführen.

Unsere erste Wanderung am 07.09.2006 sollte uns vom S - Bahnhof Griebnitzsee zum Potsdamer Hauptbahnhof führen, wo wir aber nie ankamen, weil dort eine Fliegerbombe entschärft wurde, was uns zu einer Routen Änderung in Richtung Glienicker Brücke zwang.

Die erste Unternehmung unserer Kulturgruppe am 21.09.2006 war ein Stadtspaziergang auf den Spuren klassizistischer Bauelemente von der Französischen Straße zum Deutschen Museum.

Für unsere Wandergruppe suche ich gerne Routen in Kombination mit Wald und Wasser aus. Über Erkner, Potsdam und Strausberg hinaus werden  wir weitere S – Bahn Endstationen erkunden und können dann auch über Flussläufe wie Wuhle, Panke, Erpe und mehrere Kanäle und Seenketten mitreden. Es sind keine reißerischen, spektakulären Reiseziele; bisher lagern sie alle innerhalb des ABC – Tarifgebietes. Gelegentlich fallen Eintrittsgelder oder Führungsgebühren an, am teuersten wird in der Regel am Ende die individuelle Rechnung für Speis`und Trank im Gasthof.

In unserer Kulturgruppe sind wir in der Regel zehn Personen, die Wandergruppe ist doppelt so stark. Treffpunkt ist in der Regel jeweils um 9 Uhr am U – Bahnhof Alt – Mariendorf, Teilnehmer aus Nachbargemeinden oder Nachbarbezirken nehmen gerne längere Anfahrtswege zum Treffpunkt in Kauf.

Viele der Ausflüge, die wir gemeinsam unternommen haben, fielen unsren Teilnehmern spontan ein. Nach dem „Sinn“ unserer Gruppen gefragt wurde geantwortet, dass es darum ginge, immer  wieder etwas Neues zu entdecken,   dass es bedeutsam sei, unter fachkundiger Anleitung mit ortsbezogener geschichtlicher Information zu wandern, dass es sinnvoll sei, sein Wissen zu vertiefen und neue Einsichten zu gewinnen.

Auf die Frage, ob es Momente bzw. Situationen gegeben hat, in denen sich die Teilnehmer besonders wohl oder unwohl gefühlt hätten, wurde mehrmals der „Schluss“ genannt, wenn wir angenehm erschöpft ein Restaurant aufsuchten, um gemütlich über vielerlei Dinge zu plaudern. Es sind – auch für mich als Leiter - scheinbare Nebensächlichkeiten, die wohl tun: als Senior auf einem Kinderspielplatz zu schaukeln;  mit aufgekrempelten Hosenbeinen im Krossinsee umherzustaksen; auf Plastikstühlen im Garten des Buddhistischen Hauses in trauter Runde dem herannahenden Gewitter „zu trotzen“, gemeinsam über die herrlichsten Nebensächlichkeiten zu lachen und sich ins Gespräch zu vertiefen, für einander Zeit zu haben und sich gegenseitig ein Stück des Weges zu begleiten, sich die Freiheit zu nehmen für einige Augenblicke „abzuschalten“ und die Welt um sich her versinken zu lassen. Ein Jahr ist nicht viel  -  aber ein Jahr der gemeinschaftlichen Freude macht Mut zum Weitermachen!

Jürgen Hembd